Standorte & Historie
Spielbank Magdeburg und Halle: die Spielbanken in Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalt hat drei konzessionierte Spielbanken, und keine davon liegt im Harz. Bis 2011 war das anders: Damals stand eine in Wernigerode, der Stadt, zu der der Brockengipfel gehört.
Leuna-Günthersdorf
2014
erster neuer Standort
Magdeburg
2016
Landeshauptstadt
Halle
2018
Casino Halle
Wernigerode
2011
geschlossen
Die drei Standorte: Magdeburg, Halle, Leuna-Günthersdorf
In Sachsen-Anhalt sind drei Spielbanken in Betrieb, alle von der Gauselmann Gruppe unter der Marke Merkur Spielbanken geführt. Die Spielbank Magdeburg in der Landeshauptstadt eröffnete 2016. Das Casino Halle folgte 2018. Der erste Standort der heutigen Generation war 2014 Leuna-Günthersdorf im Süden des Landes, nahe der Autobahn 9.
Alle drei liegen im Norden beziehungsweise Süden des Landes, keiner im Harz. Für Besucher aus der Brockenregion bedeutet das eine Anfahrt: Von Wernigerode nach Magdeburg sind es rund 75 Kilometer, nach Halle rund 110.
Wie jede deutsche Spielbank arbeiten sie nach dem Spielbankgesetz des Landes, mit Konzession, Ausweiskontrolle am Eingang, Zutritt erst ab 18 Jahren und Anbindung an die bundesweite Spielersperrdatei OASIS.
Wernigerode: der Harz hatte einmal eine Spielbank
Bis 2011 gab es in Sachsen-Anhalt eine Spielbank im Harz, und zwar in Wernigerode. Das ist mehr als eine Fußnote für diese Region: Wernigerode ist die Stadt, zu deren Gebiet der Brockengipfel verwaltungstechnisch gehört.
Der Standort fiel einer Entwicklung zum Opfer, die alle drei damaligen Spielbanken des Landes betraf. Bis 2009 waren sie in staatlicher Trägerschaft. Danach wurden sie an private Investoren verkauft, unter anderem an die zypriotische Sybil Group. Wirtschaftlich ging das nicht auf: Im Mai 2011 schlossen die Spielbanken in Magdeburg, Halle und Wernigerode, im Juni 2011 wurde das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet.
2012 widerrief das Innenministerium die Konzession und schrieb sie europaweit neu aus. Den Zuschlag erhielt die Gauselmann Gruppe, mit einer Beteiligung der Stadtcasino Baden AG von 25 Prozent. Die neuen Standorte entstanden anschließend in Leuna-Günthersdorf, Magdeburg und Halle. Wernigerode kam nicht zurück.
Von der Schließung zur heutigen Aufstellung
- 2009Privatisierung beginntDie bis dahin staatlichen Spielbanken gehen an private Investoren, unter anderem an die zypriotische Sybil Group.
- 2011Alle drei schließenMagdeburg, Halle und Wernigerode stellen im Mai den Betrieb ein, im Juni folgt das vorläufige Insolvenzverfahren.
- 2012Konzession widerrufenDas Innenministerium schreibt europaweit neu aus; die Gauselmann Gruppe erhält den Zuschlag.
- 2014Leuna-Günthersdorf öffnetDer erste Standort der heutigen Generation.
- 2016Magdeburg öffnetIn der Landeshauptstadt.
- 2018Casino Halle öffnetDer dritte und bislang letzte Standort. Wernigerode kam nicht zurück.

Magdeburg und Halle als Ausflugsziel
Wer die Fahrt aus dem Harz macht, findet in beiden Städten mehr als den Spielbetrieb. Magdeburg liegt an der Elbe und hat mit dem Dom die erste gotische Kathedrale auf deutschem Boden, begonnen 1209. Dazu kommen die Grüne Zitadelle von Friedensreich Hundertwasser und ein breites Elbufer mit Promenade.
Halle an der Saale ist Universitätsstadt und hat mit dem Landesmuseum für Vorgeschichte die Himmelsscheibe von Nebra, den ältesten bekannten konkreten Himmelsabbild der Welt. Der Marktplatz mit den fünf Türmen und die Franckeschen Stiftungen prägen das Stadtbild.
Beide Städte sind von Wernigerode aus mit der Bahn erreichbar, Magdeburg über Halberstadt in etwa eineinhalb Stunden. Als Tagesziel bei schlechtem Bergwetter sind sie eine sinnvolle Alternative zum vernebelten Gipfel.
Rechtlicher Rahmen und Spielerschutz
Spielbanken unterliegen in Deutschland dem Spielbankrecht der Länder und sind von gewerblichen Spielhallen zu unterscheiden, die nach der Spielverordnung und dem Glücksspielstaatsvertrag arbeiten. Für Spielhallen gelten unter anderem Abstandsgebote zu Schulen und zu anderen Hallen; für Spielbanken gilt die Konzessionspflicht.
Seit dem Glücksspielstaatsvertrag von 2021 gibt es zusätzlich einen regulierten Markt für Online-Angebote. Die Aufsicht liegt bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, die ihren Sitz in Halle hat, also in derselben Stadt wie einer der drei Spielbankstandorte des Landes.
Glücksspiel kann abhängig machen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung berät kostenfrei und anonym unter 0800 1 37 27 00. Eine Selbst- oder Fremdsperre über die zentrale Datei OASIS gilt bundesweit für Spielbanken, Spielhallen und lizenzierte Online-Anbieter gleichermaßen.
Häufige Fragen
Wie viele Spielbanken gibt es in Sachsen-Anhalt?
Drei: Magdeburg, Halle und Leuna-Günthersdorf, alle von der Gauselmann Gruppe unter der Marke Merkur Spielbanken geführt.
Seit wann gibt es die Spielbank Magdeburg?
Seit 2016. Der erste Standort der heutigen Generation war 2014 Leuna-Günthersdorf, das Casino Halle folgte 2018.
Gab es im Harz eine Spielbank?
Ja, in Wernigerode. Sie schloss im Mai 2011 gemeinsam mit den Standorten Magdeburg und Halle, nachdem die privatisierten Betriebe in die Insolvenz gerieten. Wernigerode wurde danach nicht neu besetzt.
Welche Spielbank ist vom Brocken am schnellsten erreichbar?
Magdeburg mit rund 75 Kilometern ab Wernigerode. Auf niedersächsischer Seite kommt die nach Braunschweig verlegte Spielbank mit rund 60 Kilometern näher an den Berg heran.
Wer beaufsichtigt Glücksspiel in Deutschland?
Spielbanken die jeweilige Landesbehörde nach dem Spielbankgesetz des Landes, den regulierten Online-Markt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle.
