BrockenHarz

1.141 m ü. NHN

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Wetter & Klima

Wetter am Brocken: Klima, Nebel und die Rekorde der Bergwetterwarte

Das Brocken Wetter ist der Grund, warum der Berg trotz seiner 1.141 Meter über der Baumgrenze liegt. Auf der Kuppe herrschen Bedingungen, die sonst erst viel weiter im Norden auftreten.

  • Nebeltage

    ≈ 300

    im Jahr

  • Jahresmittel

    < 4°C

    Lufttemperatur

  • Windrekord

    263km/h

    24.11.1984

  • Kälterekord

    −28,4°C

    01.02.1956


Rund 300 Nebeltage: das prägende Merkmal

Wie ist das Wetter auf dem Brocken? Die häufigste Antwort ist: neblig. An etwa 300 Tagen im Jahr liegt die Kuppe in Wolken, der Höchstwert einer Jahresreihe waren 330 Tage im Jahr 1958. Als Nebeltag zählt dabei jeder Tag, an dem die Sichtweite unter einen Kilometer fällt.

Der Grund ist die Lage. Der Brocken steht als freies Massiv im norddeutschen Flachland, ohne vorgelagertes Gebirge. Feuchte Luft vom Atlantik trifft hier zum ersten Mal auf ein echtes Hindernis, steigt auf und kondensiert. Was von unten wie eine Wolke über dem Gipfel aussieht, ist oben Nebel.

Praktisch heißt das: Wer einen klaren Blick über das Harzvorland erwartet, sollte einen zweiten Anlauf einplanen. Wer im Nebel oben steht, bekommt dafür die Atmosphäre, aus der die Hexensagen entstanden sind.

Klima am Brocken: kühler als seine Höhe vermuten lässt

Die Jahresmitteltemperatur auf dem Gipfel bleibt unter vier Grad. Ältere Quellen nennen 2,3 Grad; der Trendwert liegt inzwischen höher, weil sich das Klima auch hier erwärmt. Zum Vergleich: Im Tal bei Wernigerode auf 234 Metern liegt das Jahresmittel um mehrere Grad darüber. Ein Unterschied von acht bis zehn Grad zwischen Ausgangsort und Kuppe ist an einem einzelnen Tag normal.

Der Brocken hat außerdem die höchste mittlere Windgeschwindigkeit einer deutschen Wetterstation, im Jahresmittel rund 42 Kilometer pro Stunde. Das entspricht dauerhaft Windstärke 6. Diese Kombination aus Kälte, Nässe und Wind erklärt, warum der geschlossene Fichtenwald hier bei etwa 1.100 Metern endet, während vergleichbar hohe Lagen in den Alpen noch bewaldet sind.

Schnee liegt auf dem Gipfel deutlich länger als im Umland. Die Zahl der Schneetage geht allerdings zurück: Gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 hat die Station rund 16 Tage pro Jahr verloren. Die Monatswerte im Überblick stehen in der Klimatabelle für den Brocken.

Gipfelanlage vollständig von dickem waagerechtem Raueis überzogen
Raueis wächst gegen den Wind und legt sich waagerecht an jede Kante. Der Windrekord der Station liegt bei 263 Kilometern pro Stunde, gemessen am 24. November 1984.

Die Rekorde der Bergwetterwarte

Auf dem Brocken wird seit fast zwei Jahrhunderten Wetter beobachtet. Eine erste stündliche Messung des Luftdrucks ist aus dem Jahr 1820 überliefert. Ab 1836 notierte der Brockenwirt Eduard Nehse auf Bitte zweier Braunschweiger Wissenschaftler regelmäßig Temperaturen. Die erste eigene Wetterwarte wurde 1895 gebaut, nachdem der Meteorologe Richard Aßmann jahrelang darauf gedrängt hatte.

Aus dieser langen Reihe stammen die Werte, für die der Berg bekannt ist. Der Windrekord liegt bei 263 Kilometern pro Stunde, gemessen am 24. November 1984. Die tiefste Temperatur waren minus 28,4 Grad am 1. Februar 1956. Die größte Schneehöhe betrug 380 Zentimeter am 14. und 15. April 1970, und im Winter 1973 lag 205 Tage lang ohne Unterbrechung Schnee.

Nach oben gibt es ebenfalls Rekorde: Im August 2003 meldete die Station 28,2 Grad als höchste Tagestemperatur. Für einen Gipfel dieser Lage ist das ein außergewöhnlicher Wert.

Was das für die Tourenplanung bedeutet

Die Ausrüstung richtet sich nicht nach dem Wetter im Tal. Eine winddichte Jacke gehört auch im Juli in den Rucksack, dazu eine Kopfbedeckung und etwas mit langen Ärmeln. Wer bei 22 Grad in Schierke startet, kann oben bei 12 Grad und kräftigem Wind ankommen, und das fühlt sich deutlich kälter an.

Bei Nebel bleibt die Orientierung auf den markierten Wegen einfach, weil alle Hauptaufstiege breit und ausgeschildert sind. Abseits davon wird es schnell unübersichtlich, und Abseits ist im Nationalpark ohnehin nicht erlaubt.

Im Winter kommen Eis und Schneeverwehungen dazu. Die Brockenbahn kann bei Sturm oder starkem Schneefall kurzfristig gesperrt werden, und die Gastronomie auf dem Gipfel hat eingeschränkte Zeiten. Wer im Januar hinaufgeht, plant den Rückweg mit Reserve.

Häufige Fragen

Wie ist das Wetter auf dem Brocken?

Meist kühl, feucht und windig. An etwa 300 Tagen im Jahr liegt Nebel über der Kuppe, die Jahresmitteltemperatur bleibt unter vier Grad, und im Jahresmittel weht der Wind mit rund 42 Kilometern pro Stunde.

Wie kalt wird es auf dem Brocken?

Der Kälterekord der Bergwetterwarte liegt bei minus 28,4 Grad, gemessen am 1. Februar 1956. Im Winter sind Werte um minus zehn Grad mit kräftigem Wind nicht ungewöhnlich.

Wie stark weht der Wind auf dem Brocken?

Im Jahresmittel rund 42 Kilometer pro Stunde, was dauerhaft Windstärke 6 entspricht. Der Rekord liegt bei 263 Kilometern pro Stunde vom 24. November 1984.

Wann hat man auf dem Brocken gute Sicht?

Selten. Da an etwa 300 von 365 Tagen Nebel über der Kuppe liegt, bleibt für klare Sicht nur ein kleiner Teil des Jahres. Die Chance steigt bei stabilen Hochdrucklagen, im Winter besonders dann, wenn im Tal Hochnebel liegt und der Gipfel darüber herausschaut.

Seit wann wird auf dem Brocken das Wetter gemessen?

Eine erste stündliche Luftdruckmessung ist aus 1820 überliefert, regelmäßige Temperaturaufzeichnungen begannen 1836. Die erste eigene Wetterwarte auf dem Gipfel wurde 1895 gebaut.

Zwei Jahrhunderte Messreihe

  1. 1820Erste LuftdruckmessungStündliche Werte vom Gipfel sind überliefert.
  2. 1836Temperaturreihe beginntDer Brockenwirt notiert regelmäßig für zwei Braunschweiger Wissenschaftler.
  3. 1895Erste WetterwarteGebaut, nachdem Richard Aßmann jahrelang darauf gedrängt hatte.
  4. 1956Kälterekord −28,4 °CGemessen am 1. Februar.
  5. 1958330 NebeltageHöchstwert einer Jahresreihe.
  6. 1970Schneehöhe 380 cmAm 14. und 15. April.
  7. 1984Windrekord 263 km/hAm 24. November.
  8. 2003Höchstwert 28,2 °CAm 12. August, ungewöhnlich für diese Lage.